Juli 9, 2026

Räum- und Streupflicht: Wer haftet im Mehrfamilienhaus?

Räum- und Streupflicht: Wer haftet im Mehrfamilienhaus?

Ein Mieter stürzt auf dem vereisten Gehweg vor dem Haus und verlangt Schadenersatz. Wer haftet jetzt? Die Räum- und Streupflicht ist für Eigentümer und Hausverwaltungen ein echtes Haftungsrisiko. Dieser Ratgeber erklärt, wer verantwortlich ist, welche Zeiten gelten und wie Sie die Pflicht sicher übertragen. Mit klarem Blick auf die Lage im Raum Starnberg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Räum- und Streupflicht trifft grundsätzlich den Eigentümer als Teil der Verkehrssicherungspflicht.
  • Die Pflicht lässt sich per Mietvertrag auf Mieter oder per Vertrag auf einen Dienstleister übertragen.
  • Auch nach der Übertragung bleibt eine Kontrollpflicht bestehen, der Eigentümer ist nie ganz aus der Verantwortung.
  • Die genauen Räumzeiten regelt die Satzung Ihrer Gemeinde, üblich sind Werktage etwa ab 7 Uhr.
  • Wer die Pflicht verletzt und dadurch einen Unfall verursacht, haftet für den entstandenen Schaden.

Wer ist für Räumen und Streuen verantwortlich?

Verantwortlich ist zunächst der Eigentümer des Grundstücks. Die Räum- und Streupflicht ist Teil der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht. Diese Pflicht kann der Eigentümer an Mieter oder an eine Fachfirma übertragen, die Grundverantwortung bleibt aber immer bei ihm.

Verkehrssicherungspflicht bedeutet: Wer eine Gefahrenquelle schafft oder für sie verantwortlich ist, muss andere davor schützen. Ein vereister Gehweg vor dem Haus ist so eine Gefahrenquelle. Die Kommune überträgt die Pflicht für angrenzende Gehwege in der Regel per Satzung auf die Grundstückseigentümer.

Was bedeutet Verkehrssicherungspflicht genau?

Die Verkehrssicherungspflicht verpflichtet Sie, Gefahren auf Ihrem Grundstück und den angrenzenden Wegen zu beseitigen. Bei Schnee und Eis heißt das: räumen und streuen, damit niemand zu Schaden kommt. Die rechtliche Grundlage bildet unter anderem die Haftung aus § 823 BGB.

Die Pflicht ist zumutbar begrenzt. Bei anhaltendem Eisregen müssen Sie nicht im Minutentakt streuen. Sie müssen aber tun, was ein vernünftiger Eigentümer unter den Umständen leisten würde. Die konkrete Auslegung hängt vom Einzelfall und der jeweiligen Gemeindesatzung ab.

Zu welchen Zeiten muss geräumt werden?

Die genauen Zeiten legt die Satzung Ihrer Gemeinde fest. Üblich ist ein Zeitraum an Werktagen ab etwa 7 Uhr bis zum Abend, an Sonn- und Feiertagen oft etwas später. Prüfen Sie die Satzung Ihrer Stadt oder Gemeinde, da die Vorgaben regional abweichen.

FrageÜbliche Regelung (Orientierung, Satzung maßgeblich)
Werktags von wann bis wann?Häufig von etwa 7 Uhr bis 20 Uhr
Sonn- und Feiertags?Häufig etwas später, oft ab 8 oder 9 Uhr
Wie oft bei Dauerschneefall?Wiederholt, solange zumutbar und erforderlich
Welche Flächen?Gehwege und Zugänge, meist in begehbarer Breite
Womit streuen?Nach Satzung, oft Splitt oder Sand, Streusalz teils eingeschränkt

Ein wichtiger Hinweis für den Raum Starnberg: Viele Gemeinden schränken die Verwendung von Streusalz aus Umweltgründen ein. Prüfen Sie vor der Saison, was in Ihrer Gemeinde erlaubt ist.

Was passiert bei einem Glatteisunfall?

Kommt jemand wegen unterlassenen Räumens zu Schaden, haftet der Verantwortliche für den entstandenen Schaden. Das kann Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld umfassen. Deshalb ist eine lückenlose Dokumentation des Winterdienstes so wichtig.

Im Streitfall müssen Sie oft nachweisen, dass Sie Ihrer Pflicht nachgekommen sind. Ein einfaches Streuprotokoll mit Datum, Uhrzeit und Maßnahme hilft hier. Wer den Winterdienst an eine Fachfirma vergibt, erhält diese Dokumentation in der Regel automatisch.

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Kann ich die Räumpflicht auf Mieter oder eine Firma übertragen?

Ja, die Räumpflicht lässt sich übertragen. Auf Mieter geht sie nur, wenn das ausdrücklich und klar im Mietvertrag steht. Auf eine Fachfirma übertragen Sie sie per Dienstleistungsvertrag. In beiden Fällen bleibt eine Kontrollpflicht bei Ihnen bestehen.

Die Übertragung auf Mieter ist in der Praxis fehleranfällig. Ältere oder verreiste Mieter können der Pflicht nicht immer nachkommen, und Sie müssen das überwachen. Bei mehreren Parteien im Haus führt das schnell zu Streit. Eine Fachfirma übernimmt die Aufgabe einheitlich und nachweisbar.

Was gilt für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften?

Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften tragen die Verkehrssicherungspflicht für das gemeinschaftliche Eigentum. Bei einem Unfall auf dem gemeinsamen Zugang steht schnell die Frage der Haftung im Raum. Eine klare, vertraglich geregelte Zuständigkeit schützt vor Streit und Kostenrisiko.

Für verwaltete Objekte ist ein professioneller Winterdienst deshalb weniger Kostenfaktor als Absicherung. Ein fester Winterdienst im Raum Starnberg sorgt für einheitliche Räumzeiten, dokumentierte Einsätze und einen Ansprechpartner für alle Objekte. Das entlastet die Verwaltung und begrenzt das Haftungsrisiko.

Fazit: Pflicht kennen, sauber übertragen, Nachweis sichern

Die Räum- und Streupflicht ist ein reales Haftungsrisiko, das Sie nicht ignorieren sollten. Klären Sie, wer verantwortlich ist, übertragen Sie die Pflicht sauber und sichern Sie sich einen Nachweis der Einsätze. So schützen Sie sich vor teuren Ansprüchen nach einem Glatteisunfall.

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Häufige Fragen

Wer haftet bei Glatteis vor einem Mehrfamilienhaus?

Grundsätzlich haftet der Eigentümer im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Er kann die Räum- und Streupflicht per Mietvertrag auf Mieter oder per Vertrag auf eine Firma übertragen. Auch dann bleibt eine Kontrollpflicht bestehen. Kommt jemand durch unterlassenes Räumen zu Schaden, haftet der Verantwortliche für den Schaden.

Zu welchen Zeiten muss ich räumen und streuen?

Die genauen Zeiten regelt die Satzung Ihrer Gemeinde. Üblich ist ein Zeitraum an Werktagen ab etwa 7 Uhr bis zum Abend, an Sonn- und Feiertagen oft etwas später. Bei anhaltendem Schneefall müssen Sie wiederholt räumen, soweit das zumutbar ist. Prüfen Sie die konkrete Satzung Ihrer Stadt.

Kann ich die Räumpflicht auf meine Mieter übertragen?

Ja, aber nur, wenn das ausdrücklich und klar im Mietvertrag geregelt ist. Ein allgemeiner Hinweis in der Hausordnung reicht in der Regel nicht. Zudem bleiben Sie zur Kontrolle verpflichtet und müssen einschreiten, wenn ein Mieter der Pflicht nicht nachkommt.

Muss ich Streusalz verwenden?

Das hängt von der Satzung Ihrer Gemeinde ab. Viele Kommunen im Raum Starnberg schränken Streusalz aus Umweltgründen ein oder verbieten es auf Gehwegen. Erlaubt sind dann meist abstumpfende Mittel wie Splitt oder Sand. Prüfen Sie vor der Saison, was in Ihrer Gemeinde gilt.

Lohnt sich ein professioneller Winterdienst?

Für Eigentümer und Hausverwaltungen liegt der Wert vor allem in der Absicherung. Eine Fachfirma räumt zu festen Zeiten, dokumentiert die Einsätze und bietet im Streitfall einen Nachweis. Das senkt das Haftungsrisiko und entlastet Sie, gerade bei mehreren oder verwalteten Objekten.

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